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Der folgende Textauszug ist aus dem Roman "Der Name der Rose".
Situationsbeschreibung: Der Mönch Adson bewunderte kurz zuvor noch die diversen Reliquien( meist Körperteile von Heilligen) und anderen Kostbarkeiten der Abtei und hat nun, als er in der Klosterkirche für einen ermordeten Mitbruder betet, eine Vision. (Da es sich dabei um einige seiten handelt erscheint hier nur ein Teil davon).Diese Vision beginnt damit, dass sich sämtliche Heillige der katholischen Kirche zu einem Trinkgelage zusammenfinden, und dabei recht seltsame Kapriolen schlagen. (Bei dem Mädchen, von dem die rede ist, handelt es sich um eine Bauerntochter wegen der Adson sein Keuschheitsgelübde verletzt hat, und die als Hexe angeklagt und verurteilt wurde) 

Hier nun ein Auszug aus Adsons Vision:

... Dies war jedoch der Moment, da jählings der Abt ergrimmte. Er habe hier, schrie er wütend, ein so schönes Fest arrangiert, aber offenbar halte es keiner der Gäste für nötig, ihm ein Gastgeschenk zu machen! Woraufhin alle um die Wette losstürmten und ihm kostbare Gaben brachten: einen Stier, ein Schaf, einen Löwen, ein Kamel, einen Hirsch, ein Kalb, eine Stute einen Sonnenwagen, das Kinn des Heilligen Eoban, den schwanz der Heilligen Morimonda, den Uterus der Heilligen Arundelia, den Nacken der Heilligen Burgosina, ziesliert als trinkschale im alter von 12 jahren, und eine Abschrift des Pentagonum Salomonis. Aber der Abt war noch immer wütend und schrie, sie täten das alles bloß, um ihn abzulenken (und tatsächlich plünderten sie gerade den Klosterschatz der Krypta, in der wir uns auf einmal alle befanden), man habe ihm nämlich ein kostbares Buch gestohlen, das von Skorpionen handele und von sieben Posaunen, und das wolle er unbedingt wiederhaben, und daher sollten jetzt die Bogenschützen des Königs von Frankreich kommen und alle verdächtigen gründlich durchsuchen. was auch unverzüglich geschah, und so fanden sich, zur Schmach aller Anwesenden, ein buntes Leintuch bei Hagar, ein goldenes Siegel bei Rahel, ein silberner Spiegel in Theklas Busen, ein Trinkbecher unter Benjamins Arm, ein seidenes Halstuch in Judiths Rock, eine Lanze in der Hand des Longinus und eines anderen Weib in den Armen des Ambimelech. Ganz schlimm aber wurde es, als man einen schwarzen Hahn bei dem Mädchen fand, pechschwarz und wunderschön wie eine Katze gleicher farbe! Gleich hieß es, sie sei eine Hexe und eine pseudo Apostolin, und alle stürzten sich auf sie, um sie zu strafen. Johannes der Täufer köpfte sie, Abel erschlug sie, Adam verjagte sie aus dem Paradies, Nebukadnezar schrieb ihr mit flammender Hand geheimnisvolle Tierkreiszeichen auf die Brust, Elias entführte sie auf einem feurigen Wagen,Noah ertränkte sie in der Sinnflut, Lot verwandelte sie in eine Salzsäule, Susanna beschuldigte sie der lüsternheit, Joseph betrog sie mit einer anderen, Hananja steckte sie in den Ofen, Samson legte sie in ketten, Paulus geißelte sie, Petrus kreuzigte sie mit dem kopf nach unten, Stephanus steinigte sie, Laurentius verbrannte sie auf einem rost, Bartolomäus häutete sie, Judas verriet sie und Petrus leugnete alles. Der einst so schöne und zarte Leib des Mädchens löste sich auf und zerfiel in Knochenfragmente, die sich auf die kristallenen und goldenen Reliquienschreine in der Krypta verteilten. Oder nein, es war nicht der Leib des Mädchens, der auseinanderflog, um die Krypta zu füllen, es waren eher die in der Krypta verteilten Knochenfragmente, die aufwirbelten und sich eine zeitlang zum- nun selbst mineralisch gewordenen- Körper des Mädchens zusammenfügten, um dann erneut auseinanderzufallen und zu verfliegen als heilliger Schutt von Körpersegmenten, die eine rasende Bigotterie hier aufgehäft hatte. es war, als hätte ein einziger riesiger Körper sich im verlauf der Jahrtausende in seine Teile aufgelöst, um mit diesen Teilen die ganze Krypta zu besetzen, die jetzt, abgesehen von ihrem größeren Glanz, durchaus dem Ossarium der verstorbenen Mönche glich. als wäre mit einem Wort, die forma substanzialis des menschlichen Leibes, dieses meisterwerks der Schöpfung, in die vielzahl einzelner und vereinzelter accidentia zerfallen, also zum Sinnbild iheres eigenen Gegenteil verkehrt: zu einer nicht mehr idealen, bloß noch irdenen Form aus staub und stinkenden Knochenresten, ungfähig etwas anderes zu bedeuten als Tod und Zerstörung. ...

Nun was haltet ihr davon? Ich finde das Ganze sehr verwirrend und zum Teil recht abstoßend. Andererseits verleiht dieser Textauszug einen Eindruck wie wild die Geistlichen damals hinter Reliquien und Kultgegenständen her waren und wie gierig es sie nach Anerkenneng für ihre gesammelten Schätze verlangte.   




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